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Schulterluxation

Abbildung 1: Schulterluxation mit einem Knochendefekt (Hill-Sachs-Defekt) des Oberarmkopfes und einem Bruch der Schulterblattpfanne

Bei einer Schulterluxation kommt es häufig auch zu einer Verletzung des Oberarmknochens oder der Schulterblattpfanne. Ein Defekt (eine Delle) tritt im hinteren Bereich des Oberarmkopfes auf, und ein vorderer Teil (unterschiedlicher Größe) bricht sich von der Pfanne des Schulterblatts ab. Treten diese Verletzungen gleichzeitig auf, ist die Wahrscheinlichkeit einer nächsten Verrenkung der Schulter hoch. Wir haben in den letzten Tagen zwei Patienten mit dieser kombinierten Verletzung operiert.

Bei einem älteren Patienten war für uns die Methode der Wahl die Operation nach dem französischen Chirurgen Latarjet, bei der ein Schulterblattfortsatz wird abgetrennt, durch den gespalteten Unterschulterblattmuskel wird durchgezogen und die betroffene Schulterblattpfanne wird damit rekonstruiert. Diese Operation ist sehr erfolgreich und weltweit verwendet, aber im deutschsprachigen Raum nicht weit verbreitet.

Bei einem jüngeren Patienten führten wir zunächst eine minimal-invasive arthroskopische Rekonstruktion einer Fraktur der Schulterblattpfanne durch. Danach haben wir auch den Defekt im Oberarmkopf mit einer mini-invasiven arthroskopisch assistierten Operation versorgt (behoben). Wir haben die Ballontechnik (übliche in der Wirbelsäulenchirurgie) verwendet, um den eingedrückenen Knochen wieder hochzuheben. Den entstandenen Raum innerhalb des Oberarmkopfes haben wir mit „künstlichem“ Knochen gefüllt. Dies ist eine relativ einzigartige Technik, die beiden betroffenen Knochen vollständig rekonstruiert und den Patienten nur minimal belastet.

Abbildung 2: Miniinvasive Versorgung des Humerusdefekts mit der Ballontechnik (unter optischer und Röntgenkontrolle)

Eine Operation nach einer Schulterluxation ist abgebildet.