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Was kann Ellenbogenschmerzen verursachen und wann sollte man zum Arzt gehen?

Ellenbogenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden im orthopädischen Bereich. Sie können durch Überlastung, Verletzungen oder degenerative Erkrankungen entstehen. Wo genau es weh tut – außen, innen, hinten oder im ganzen Gelenk –, gibt oft schon einen ersten Hinweis auf die Ursache.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Ursachen hinter Ellbogenschmerzen stecken, an welchen Warnzeichen Sie erkennen, dass Sie rasch zum Arzt gehen sollten, und wie Abklärung und Behandlung in meiner Ordination in Wien ablaufen.

Frau hält ihren schmerzenden Ellenbogen

Was sind die häufigsten Ursachen für Ellenbogenschmerzen?

Der Ellenbogen ist ein komplexes Gelenk, das täglich hohen Belastungen ausgesetzt ist. Zu den häufigsten Ursachen für Schmerzen im Ellbogen zählen:
  • Tennisellenbogen (Epicondylitis lateralis): Schmerzen an der Außenseite durch Überlastung der Unterarmmuskulatur.
  • Golferellenbogen (Epicondylitis medialis): Schmerzen an der Innenseite, meist durch wiederholte Belastungen.
  • Schleimbeutelentzündung (Bursitis olecrani): Schwellung und Rötung durch Entzündung des Schleimbeutels.
  • Arthrose im Ellenbogen: Verschleiß der Knorpeloberflächen, häufig mit Bewegungseinschränkung.
  • Ulnarisrinnensyndrom: Nervenengpass-Syndrom, oft begleitet von Kribbeln in Ring- und kleinem Finger.

Ellbogenschmerzen außen, innen oder hinten: Was die Stelle verrät

Wo genau tut es weh? Die Stelle des Schmerzes ersetzt keine Untersuchung, grenzt die möglichen Ursachen aber deutlich ein.

Schmerzen außen am Ellenbogen

Bei Schmerzen an der Außenseite denken viele zuerst an den Tennisellenbogen (Epicondylitis lateralis): Die Ansätze der Streckmuskulatur sind gereizt, meist durch wiederholte Belastung wie Computerarbeit, handwerkliche Tätigkeiten oder Sport. Typisch sind Schmerzen beim Heben, Greifen oder Drehen des Unterarms und ein Druckschmerz über dem Knochenvorsprung (Epikondylus).

Nicht jeder Schmerz außen ist aber ein Tennisarm. Auch ein eingeengter Speichennerv (radiales Tunnelsyndrom, eher brennender oder ziehender Schmerz, oft ohne Druckschmerz direkt auf dem Knochen), eine Arthrose oder Reizungen der Halswirbelsäule und der Rotatorenmanschette, die bis zum äußeren Ellenbogen ausstrahlen, kommen in Frage. Mehr dazu im Beitrag Ellbogenschmerzen außen: Tennisarm oder etwas anderes?

Schmerzen innen am Ellenbogen

An der Innenseite ist meist ein Golferellenbogen (Epicondylitis medialis) die Ursache, eine Überlastung der Beugemuskulatur im Unterarm. Er zeigt sich durch stechende oder ziehende Schmerzen an der Innenseite, Schmerzen beim Faustschluss oder beim Drehen des Handgelenks und Kraftverlust.

Häufig verwechselt wird er mit dem Ulnarisrinnensyndrom (Kubitaltunnelsyndrom): Hier steht der Ellennerv (Nervus ulnaris) unter Druck, die Ursache ist also neurologisch. Typisch sind Kribbeln und Taubheit im Ring- und kleinen Finger und Schmerzen beim Beugen des Arms, etwa beim Telefonieren. Mehr dazu im Beitrag Ellbogenschmerzen innen: Ursachen und Behandlung.

Schmerzen hinten am Ellenbogen und Schwellung an der Spitze

Eine sichtbare, oft prall-elastische Schwellung über der Ellenbogenspitze spricht für eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis olecrani), manchmal mit Rötung und Überwärmung. Auslöser sind vor allem häufiges Abstützen auf harten Flächen, Stürze oder Schläge auf den Ellenbogen, entzündliche Grunderkrankungen wie Rheuma oder Gicht sowie Infektionen.

Schmerzt die Rückseite dagegen vor allem beim Strecken gegen Widerstand, kann eine gereizte Trizepssehne dahinterstecken – meist eine Folge chronischer Überlastung, etwa beim Boxen, Gewichtheben, Judo oder Basketball.

Steifer Ellenbogen, Geräusche und Schmerzen im ganzen Gelenk

Schmerzen beim Beugen und Strecken, ein Ellenbogen, der sich nicht mehr ganz strecken lässt, und Geräusche bei Bewegung sind typisch für eine Arthrose im Ellenbogen. Oft tut schon das Tragen eines leichten Gegenstandes mit gestrecktem Arm weh, freie Gelenkkörper können das Gelenk blockieren. Am häufigsten entsteht eine Ellenbogenarthrose heute nach einem Bruch im Ellenbogenbereich.

Weitere Informationen zur gelenkerhaltenden Therapie finden Sie auf meiner Seite zur Ellenbogenbehandlung in Wien.

Wann sollte man bei Ellenbogenschmerzen einen Arzt aufsuchen?

Suchen Sie ärztliche Hilfe, wenn:

Wichtig ist, die genaue Ursache zu erkennen – denn nur so lässt sich eine nachhaltige Therapie aufbauen.

Warnzeichen: Wann Sie nicht abwarten sollten

  • Deutliche Rötung, Eiterbildung oder Fieber: Vor allem zusammen mit einer Schwellung an der Ellenbogenspitze sollten Sie sofort ärztlich vorstellig werden, damit eine infizierte Schleimbeutelentzündung ausgeschlossen wird. Eine unbehandelte bakterielle Infektion kann gefährlich werden.
  • Kribbeln, Taubheit oder Schwäche in Hand und Fingern: Das kann auf einen eingeengten Nerv hinweisen. Hier ist eine frühzeitige Abklärung entscheidend.
  • Beschwerden nach einem Sturz oder Schlag: Brüche im Ellenbogenbereich sind die häufigste Ursache einer späteren Arthrose. Bleibt in der Gelenkfläche eine Stufe von mehr als 2 mm, sollte sie frühzeitig operativ korrigiert werden.
  • Ein Ellenbogen, der blockiert oder sich nicht mehr ganz strecken lässt: Freie Gelenkkörper und knöcherne Anlagerungen können die Beweglichkeit mechanisch einschränken.

Eine Schleimbeutelentzündung kann sich innerhalb weniger Tage verschlimmern – je früher sie behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Wie werden Ellenbogenschmerzen diagnostiziert und behandelt?

Am Anfang steht eine ausführliche klinische Untersuchung: Ich sehe mir den Ellenbogen an, taste ihn ab, prüfe die Beweglichkeit und mache gezielte Bewegungstests, etwa das Strecken gegen Widerstand. Bei einer Schwellung an der Ellenbogenspitze kann eine Punktion den Schleimbeutel entlasten und klären, ob Bakterien beteiligt sind; eine Blutuntersuchung ergänzt die Entzündungsdiagnostik. Je nach Befund stehen außerdem folgende bildgebende Verfahren zur Verfügung:

Behandlungsmöglichkeiten:

  • Konservative Therapien: Physiotherapie, Infiltrationen, Stoßwellentherapie, Schienen
  • Minimalinvasive Eingriffe: bei chronischen Beschwerden oder Nervenengpass
  • Operationen: nur wenn alle anderen Methoden versagen

Konservative Behandlung und Operation

Die Therapie richtet sich immer nach der Ursache und beginnt in der Regel konservativ:

  • Schonung und Entlastung: schmerzauslösende Tätigkeiten vorübergehend meiden
  • Kühlung und entzündungshemmende Salben oder Tabletten
  • Physiotherapie mit Dehn- und Kräftigungsübungen, zum Beispiel exzentrischem Training
  • Stoßwellen- oder Lasertherapie
  • Bandagen, Orthesen oder Schienen, beim Ulnarisrinnensyndrom vor allem Nachtlagerungsschienen
  • Infiltrationen, etwa mit Kortison oder Hyaluronsäure
  • bei einer Schleimbeutelentzündung eine Punktion zur Entlastung, Antibiotika, wenn eine Infektion nachgewiesen wurde

Helfen konservative Maßnahmen nach mehreren Monaten nicht, kommen je nach Ursache eine Sehnenlösung, die Freilegung eines eingeengten Nervs, eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) im Anfangsstadium einer Arthrose oder die Entfernung des Schleimbeutels (Bursektomie) in Frage. Sehnenlösung und Nervenfreilegung sind ambulant oder minimalinvasiv möglich.

Wie lange dauern Ellenbogenschmerzen?

Das hängt von der Ursache und vom Schweregrad ab. Als Orientierung:

  • Tennis- und Golferellenbogen: je nach Ausprägung einige Wochen bis mehrere Monate. Frühes Eingreifen beschleunigt den Verlauf; unbehandelt können die Beschwerden chronisch werden.
  • Schleimbeutelentzündung: Bei frühzeitiger Therapie ist eine Heilung in 1–2 Wochen möglich, nach einer operativen Entfernung liegt die Genesungszeit bei etwa 2–3 Wochen. Chronische Verläufe und bakterielle Infekte dauern länger.
  • Gereizte Trizepssehne: Unter konservativer Behandlung bessern sich die Beschwerden bei den meisten Patienten innerhalb von 6 bis 12 Wochen deutlich; chronische Verläufe erfordern mehrere Monate Physiotherapie.
  • Arthrose: Sie schreitet langsam fort. Eine Gelenkreinigung lindert die Beschwerden meist für eine gewisse Zeit und verlangsamt das Fortschreiten, hält es aber nicht auf.

Häufige Fragen (FAQ)

Kühlung, Schonung und entzündungshemmende Salben können erste Linderung bringen. Bei anhaltenden Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung wichtig

Je nach Schweregrad kann die Heilung mehrere Wochen bis Monate dauern. Frühzeitige Therapie verbessert die Prognose deutlich

Nein, aber unbehandelt kann er chronisch werden und zu dauerhaften Einschränkungen führen.

Kühlpacks, Kompression, Schonung und entzündungshemmende Tees können helfen – ersetzen aber keine Diagnose.

Weitere Fragen zu Schmerzen im Ellenbogen

Warum ist mein Ellenbogen geschwollen?

Eine Schwellung an der Ellenbogenspitze ist häufig eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis olecrani), etwa durch häufiges Aufstützen, einen Sturz oder Schlag. Unkomplizierte Formen sind in der Regel harmlos. Bei deutlicher Rötung, Eiterbildung oder Fieber sollten Sie aber sofort ärztlich abklären lassen, ob eine Infektion vorliegt.

Können Ellenbogenschmerzen von der Schulter oder vom Nacken kommen?

Ja. Reizungen im Bereich der Halswirbelsäule oder der Rotatorenmanschette können Schmerzen bis zum äußeren Ellenbogen ausstrahlen. Nicht jeder Schmerz am Ellenbogen hat seine Ursache also im Ellenbogen selbst.

Hilft Kälte oder Wärme bei Ellenbogenschmerzen?

Beim Tennisarm ist in der akuten Phase Kälte meist besser, bei chronischen Schmerzen kann Wärme die Durchblutung fördern. Eine akute Schleimbeutelentzündung wird gekühlt, 3–5 x täglich je 10–20 Minuten. Bessern sich die Beschwerden nicht, ist eine ärztliche Abklärung wichtig.

Wie kann ich Ellenbogenschmerzen vorbeugen?

Ergonomisches Arbeiten, regelmäßige Dehnübungen und Ausgleichstraining helfen, eine Überlastung zu vermeiden. Wer sich oft auf die Ellenbogen stützt, kann einer erneuten Schleimbeutelentzündung mit Polsterung oder einer Anpassung des Arbeitsplatzes vorbeugen. Beim Training belasten unzureichendes Aufwärmen und eine falsche Ausführung die Sehnen zusätzlich.

Orthopädische Hilfe bei Ellenbogenschmerzen in Wien

Ich bin erfahrener Orthopäde mit Spezialisierung auf gelenkerhaltende Behandlungen am Ellenbogen. In meiner Ordination in Wien nehme ich mir Zeit für Sie – individuell und ohne unnötige Operationen. In der Erstordination klären wir, woher Ihre Ellenbogenschmerzen kommen, und besprechen die passende Behandlung.

Erstordination online buchen – Ordination Lazarettgasse 25, 1090 Wien

Anatomische Darstellung des gebeugten Ellenbogengelenks
Anatomische Darstellung des gebeugten Ellenbogengelenks. Illustrative Darstellung; der Schmerzort allein bestimmt keine Diagnose.

Aktualisiert: 06.10.2026